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Ein einzigartiges Labor unter realen Bedingungen

By |Published On: 14. Januar 2022|Categories: Posts DE|

Der Swiss Energypark weist aufgrund des Anteils erneuerbarer Energien und seines schwankenden Energiemixes in der Schweiz einzigartige physikalische Eigenschaften auf. Es ermöglicht die Erprobung innovativer Lösungen zur Sicherung unserer zukünftigen Stromversorgung unter realen Bedingungen. Die Infrastrukturen werden Herstellern, Start-ups und der Wissenschaft zur Verfügung gestellt. Sie geben ihm eine aktive Rolle bei der Energiewende, indem sie die Entwicklung von Lösungen mit hohem Mehrwert unterstützen.

Infrastrukturen und Daten

Der Swiss Energypark liegt in der Region, die dem Stromnetz der Société des Forces Electriques de la Goule (SEG) entspricht, einer Fläche, die fast der des Kantons Genf entspricht. Es umfasst insbesondere Wasserkraft aus dem Goule-Staudamm, Windkraft aus dem Juvent Park und Photovoltaik aus dem Kraftwerk Mont-Soleil. Die Erzeugung von erneuerbarem Strom deckt 90% des Gesamtverbrauchs der 21.000 Einwohner und Industrien, die von seinem Netz versorgt werden. Darüber hinaus sammelt es jährlich mehr als 300 Millionen Informationen über die Produktion und den Verbrauch von Elektrizität und das seit fast 10 Jahren.

Die Herausforderungen der Energiewende (Kasten)

Die Entwicklung neuer erneuerbarer Energien ist eines der Hauptziele der Energiestrategie 2050 zur Bekämpfung der globalen Erwärmung. Je höher jedoch der Anteil des Stroms aus erneuerbaren Quellen ist, desto stärker verschärft sich das Problem der Entkopplung von Produktion und Verbrauch. Die Herausforderung besteht darin, Lösungen zu entwickeln, um Produktions- und Konsumflexibilität in Einklang zu bringen. Ohne eine Lösung könnte die Entwicklung der Neuen Erneuerbaren Energien verlangsamt werden. Zur Veranschaulichung: Der Strombezugspreis war in den ersten 5 Monaten des Jahres 2020 in Deutschland für 204 Stunden negativ, da der Strom im Verhältnis zur Nachfrage zu hoch war.

Eine zweite Phase in den Jahren 2021-2024

Die erste Phase fand in den Jahren 2016 bis 2019 statt. Es wurde von der BKW mit Unterstützung des Bundes sowie der Kantone Bern und Jura initiiert. Während dieser Zeit haben mehr als 100 Forschungsprojekte Zugang zu diesem Labor beantragt.
Das Jahr 2020 war ein Jahr der Besinnung. Die Erkenntnisse der ersten Phase flossen in die Entwicklung einer Vision, einer Positionierung und einer Betriebsweise ein, die die Grundlagen einer zweiten Phase bilden.
Das Bewusstsein für den Klimanotstand hat die BKW sowie die oben genannten Partner dazu veranlasst, den Schweizer Energiepark in seiner Phase II zu unterstützen. Die weitere Unterstützung durch die Kantone wird formalisiert.
Laurent Raeber – Direktor des Schweizer Energieparks betont: „Es stellt ein einzigartiges Umfeld in Bezug auf den Energiemix, eine nahezu vollständige Deckung des Bedarfs durch erneuerbare Energien und eine sehr große Datenhistorie dar. Dieses Labor unter Realbedingungen wird Forschungsprojekten zur Verfügung gestellt, um deren Marktzugang zu beschleunigen. Die Möglichkeit, anhand der gesammelten Daten das Potenzial eines Projekts zu messen, ist von erheblichem Wert. “
Der Schweizer Energiepark behält und stärkt seine Berufung, Kooperationen zu ermöglichen, die Entwicklung von Projekten zu unterstützen, dank eines Netzwerks von Experten und Partnern, die in einem Ökosystem organisiert sind und die Öffentlichkeit über Themen und Forschungen auf diesem Gebiet informieren 2020, Sonne und Wind mit einem Lächeln, weniger Hydraulik

Die im Schweizer Energiepark gelegene Region verzeichnete im vergangenen Jahr mit 127 GWh erneuerbarem, regionalem und dezentralem Strom eine Rekordproduktion. Tatsächlich produzierte die JUVENT Windkraftanlage im Jahr 2020 fast 85 GWh. Nie zuvor hat es die Kraft des Windes möglich gemacht, so viel Windenergie an einem Standort in der Schweiz zu produzieren. Dies entspricht dem Verbrauch von rund 18.900 Haushalten. Diese Zahl übertrifft um mehr als 20 % die Prognosen des Unternehmens JUVENT in der letzten Transformationsphase 2016. Möglich wurde dieser Wert durch sehr günstige Windregime und eine hohe Verfügbarkeit von Windenergieanlagen.
Auch die Photovoltaik lächelt, da im Jahr 2020 lange Hochdruckperioden verzeichnet wurden. Sie ermöglichten es, die Produktion der Eigenproduzenten und des Solarkraftwerks Mont-Soleil zu steigern. Letztere produzierten im vergangenen Jahr rund 630.000 kWh. Dieser Wert liegt 15 % über dem langjährigen Durchschnitt und entspricht dem Jahresverbrauch von 140 Haushalten. Ausgezeichnete Zahlen für Photovoltaikzellen, die vor 29 Jahren in Betrieb genommen wurden.
Hochdruckperioden hatten den gegenteiligen Effekt auf die Wasserkraftproduktion und verursachten im Frühjahr einen geringen Durchfluss. Die Produktion des Kraftwerks La Goule sur le Doubs lag mit 17 GWh im Jahr 2020 unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre, also dem Bedarf von knapp 3.800 Haushalten.
Die Produktion im Gebiet des Schweizer Energieparks zeigt deutlich die Komplementarität zwischen neuen erneuerbaren Energien und Wasserkraft. Wenn die Wasserkraftproduktion aufgrund von meteorologischen Einflüssen sinkt, kompensiert die Photovoltaik im Sommer und die Windkraft übernimmt die Produktion, die hauptsächlich im Winter produziert.

Interaktionen mit regionalen Unternehmen, Hochschulen und darüber hinaus …

Trotz starker regionaler Verankerung ist der Schweizer Energiepark national und international geöffnet. Sie will eine Brücke zwischen Forschung und Alltag sein, um Antworten auf Wirtschaft und Gesellschaft zu geben. Die Verbindungen zu Hochschulen (HE-Arc, BFH, EPFL, HES-SO) zeigen schon heute die Bedeutung des Themas und den Willen zur Weiterentwicklung und Innovation.

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Von |2022-03-28T15:41:21+02:0014. Januar 2022|Posts DE|
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